Leitweg-ID: Was ist das und wo bekomme ich eine?
Wer Rechnungen an Bundesbehörden, Landesbehörden oder Kommunen stellt, kommt an der Leitweg-ID nicht vorbei. Sie ist das zentrale Adressierungsfeld für E-Rechnungen im öffentlichen Sektor — und eine fehlende oder falsche Leitweg-ID führt unweigerlich zur Ablehnung der Rechnung.
> Kurzantwort: Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung (z.B. 991-12345-67), die E-Rechnungen an den richtigen Empfänger im öffentlichen Sektor weiterleitet. Sie ist Pflichtfeld BT-10 in der XRechnung. Für B2B-Rechnungen an Unternehmen ist sie nicht erforderlich.
Was genau ist eine Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung, die E-Rechnungen an den richtigen Empfänger im öffentlichen Sektor weiterleitet. Sie funktioniert wie eine Postadresse — aber für elektronische Rechnungen an Behörden.
Jede Bundesbehörde, Landesbehörde und (zunehmend) jede Kommune hat eine eigene Leitweg-ID. Wenn Sie eine XRechnung an einen öffentlichen Auftraggeber stellen, müssen Sie die korrekte Leitweg-ID angeben — sonst wird die Rechnung abgelehnt.
Die Leitweg-ID ist ein Pflichtfeld in der XRechnung (Business Term BT-10: Buyer Reference). In ZUGFeRD ist sie optional.
Wie ist eine Leitweg-ID aufgebaut?
Die Leitweg-ID hat ein festes Format mit drei Bereichen, getrennt durch Bindestriche:
`
[Grobadressierung]-[Feinadressierung]-[Prüfziffer]
`
Beispiel
`
991-12345-67
`
| Bestandteil | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Grobadressierung | Identifiziert die übergeordnete Organisation (z.B. Bundesland, Behörde) | 991 |
| Feinadressierung | Identifiziert die konkrete Dienststelle oder Abteilung | 12345 |
| Prüfziffer | Zwei Ziffern zur Validierung der Gesamtkennung | 67 |
Welche Grobadressierungs-Codes gibt es?
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| 991 – 999 | Unmittelbare Bundesverwaltung |
| 01 | Schleswig-Holstein |
| 02 | Hamburg |
| 03 | Niedersachsen |
| 04 | Bremen |
| 05 | Nordrhein-Westfalen |
| 06 | Hessen |
| 07 | Rheinland-Pfalz |
| 08 | Baden-Württemberg |
| 09 | Bayern (Freistaat) |
| 10 | Saarland |
| 11 | Berlin |
| 12 | Brandenburg |
| 13 | Mecklenburg-Vorpommern |
| 14 | Sachsen (Freistaat) |
| 15 | Sachsen-Anhalt |
| 16 | Thüringen |
Wo finde ich die Leitweg-ID meines Auftraggebers?
Die Leitweg-ID erhalten Sie in der Regel direkt vom öffentlichen Auftraggeber. Es gibt mehrere Wege:
1. Im Auftrag oder Vertrag — Die meisten Auftraggeber geben die Leitweg-ID im Auftragsschreiben, Vertrag oder den Vergabeunterlagen an. Suchen Sie nach „Leitweg-ID“, „Buyer Reference“ oder „Rechnungsadresse für E-Rechnung“.
2. Direkte Rückfrage — Wenn die ID in den Unterlagen fehlt, fragen Sie bei der Vergabestelle oder der Buchhaltungsabteilung nach.
3. Online-Verzeichnisse — Einige Bundesländer bieten Verzeichnisse an: NRW (über das E-Rechnungsportal), Baden-Württemberg (Service-BW), Bayern (E-Rechnungsportal des Freistaats).
4. Rechnungseingangsplattformen — Die ZRE und OZG-RE zeigen bei der Registrierung die verfügbaren Leitweg-IDs an.
Wann brauche ich eine Leitweg-ID — und wann nicht?
| Empfänger | Leitweg-ID erforderlich? |
|---|---|
| Bundesbehörde | Ja — Pflicht seit 2020 |
| Landesbehörde | Ja — in den meisten Bundesländern Pflicht |
| Kommune / Stadt | Häufig — abhängig von der Kommune |
| Privatunternehmen (B2B) | Nein |
| Privatpersonen (B2C) | Nein |
Wichtig: Die Leitweg-ID hat nichts mit der allgemeinen E-Rechnungspflicht nach dem Wachstumschancengesetz zu tun. Für B2B-Rechnungen an andere Unternehmen brauchen Sie keine Leitweg-ID.
Wie trage ich die Leitweg-ID in die XRechnung ein?
In einer XRechnung wird die Leitweg-ID im Feld BT-10 (Buyer Reference) eingetragen. Im UBL-2.1-XML:
`xml
`
Dieses Feld ist in der XRechnung-CIUS (BR-DE-01) ein Pflichtfeld. Fehlt es, wird die Rechnung vom KoSIT Validator und von den Eingangsplattformen abgelehnt.
Welche Fehler treten bei der Leitweg-ID am häufigsten auf?
Fehler 1: Falsche Prüfziffer — Die zwei Ziffern am Ende sind eine Prüfsumme. Kopieren Sie die Leitweg-ID immer aus dem Originalbeleg.
Fehler 2: ZUGFeRD statt XRechnung — Die ZRE und OZG-RE akzeptieren nur XRechnung-XML-Dateien. Eine ZUGFeRD-PDF mit Leitweg-ID reicht nicht aus.
Fehler 3: Veraltete Leitweg-ID — Behörden können IDs bei Umstrukturierungen ändern. Verwenden Sie immer die aktuellste ID.
TaxLayer unterstützt beide Formate. Wenn Sie eine XRechnung für einen öffentlichen Auftraggeber erstellen: Laden Sie Ihre PDF hoch, tragen Sie die Leitweg-ID ein, wählen Sie XRechnung als Format — und erhalten Sie eine validierte UBL-2.1-XML-Datei. Die fertige Datei können Sie direkt auf der ZRE hochladen. Prüfen Sie das Ergebnis vorab mit dem Validator.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung, die E-Rechnungen an den richtigen Empfänger im öffentlichen Sektor weiterleitet. Sie ist das Pflichtfeld BT-10 (Buyer Reference) in der XRechnung.
Brauche ich eine Leitweg-ID für B2B-Rechnungen?
Nein. Die Leitweg-ID ist nur für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (Bund, Länder, Kommunen) relevant. Für B2B-Rechnungen an Unternehmen benötigen Sie keine Leitweg-ID.
Wie ist eine Leitweg-ID aufgebaut?
Format: [Grobadressierung]-[Feinadressierung]-[Prüfziffer], z.B. 991-12345-67. Die Grobadressierung identifiziert die übergeordnete Organisation, die Feinadressierung die konkrete Dienststelle.
Wo finde ich die Leitweg-ID meines Auftraggebers?
In der Regel im Auftragsschreiben, Vertrag oder den Vergabeunterlagen. Alternativ können Sie direkt beim Auftraggeber nachfragen oder die Verzeichnisse der Bundesländer (NRW, Bayern, Baden-Württemberg) nutzen.
Was passiert, wenn die Leitweg-ID fehlt oder falsch ist?
Die XRechnung wird von der ZRE oder OZG-RE abgelehnt. Der KoSIT Validator meldet den Fehler als BR-DE-01. Kopieren Sie die Leitweg-ID immer aus dem Originalbeleg.
Kann ich die Leitweg-ID auch in ZUGFeRD eintragen?
Ja, als BT-10. In ZUGFeRD ist sie optional, wird aber empfohlen, wenn der Empfänger eine Behörde ist. Die ZRE und OZG-RE akzeptieren allerdings nur XRechnung-XML-Dateien.
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